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Es hat uns kalt erwischt in dieser Woche. Eisige Temperaturen landauf, landab und insbesondere in Osteuropa leiden Menschen bei Tiefsttemperaturen. Darauf waren wir nicht mehr eingestellt in diesem Winter, der so schlapp und mild daher kam und so gar nicht konkurrieren konnte mit den schönen Schneetagen der vergangenen zwei Jahre.
Es hat uns kalt erwischt, das sagen wir in der Regel, wenn etwas völlig unerwartet kommt und uns auf dem falschen Fuß antrifft. Man hatte sich schon eingerichtet auf die milden Temperaturen und der Haushaltskasse tat es gut. Mieser Winter, aber mehr Geld im Portemonnaie, man macht sich seinen Reim auf die Dinge.
Es hat uns kalt erwischt: Heute Morgen erreicht mich der Anruf einer Lehrerin einer Elmshorner Schule, die mit den Schülern in unseren Gemeinderäumen den Film „Schindlers Liste“ anschauen wollte. Sie teilt mit, dass ihr Schulleiter in der Nacht tödlich verunglückt ist. „Können wir mit den Schülern, die heute Morgen kommen, eine kurze Gedenkzeit gestalten, wenn ihnen diese Nachricht überbracht werden muss?“ Mit Kerzen, einem Angebot zur Stille, einem kurzen Fürbittegebet und der Möglichkeit bei einer Tasse warmen Kakao mit den anwesenden Lehrinnen zu sprechen, gelingt es, den Schülerinnen und Schülern einen Raum zu geben für ihre Gefühle und Gedanken.
Es hat uns kalt erwischt: Was gibt mir Wärme und Kraft, neuen Mut und Zuversicht, wenn Unerwartetes mich trifft, wenn ich nicht vorbereitet bin auf das, was geschieht? Ich brauche Gesprächspartner, Menschen, die da sind, die mir zuhören, die mit mir sind. In der Familie, in der Schule, im Betrieb, im Verein, in der Kirchengemeinde. Unsere Gesellschaft verfügt zudem über ein großes Potential an Menschen, die sich dieser Aufgabe beruflich stellen, Notfallseelsorger/innen, Berater/innen, Lehrer/innen, Pastor/innen, Ärzte… Dafür können wir dankbar sein. Es gibt Hilfe, wenn wir sie benötigen.
Es hat uns kalt erwischt: Es gibt Dinge, auf die kann ich mir keinen Reim machen, die stehen quer im Leben, die machen Angst und treiben mich um: Dankbar bin ich, dass ich wissen darf, Gott lässt mich auch in der Not, im Dunkel, nicht allein. Er schenkt Menschen, die beistehen und helfen und er ist selbst für mich da: „Ruf mich an in der Not, so will ich Dich erretten, und du sollst mich preisen.“ (Psalm 50,15). Gott sei Dank!
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